Gesundheit / Ernährung

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Gesundheit

Wegen der prekären Gesundheitssituation in Senegal wird der Projektleiter immer mehr bei gesundheitlichen Problemen angegangen. Viele Menschen haben längst bemerkt, dass sich der Projektleiter auch um ein ganz persönliches Problem bemühen kann. Sei es eine Infektion, ein Zahnproblem, ein gebrochener Arm, die Malaria oder was auch immer. Das Gemeinsame an den Anfragen: Es sind nie Bagatellfälle.

Ulle Ochs Dramé, eine befreundete deutsche Ärztin, die seit vielen Jahren in Dakar praktiziert, ist oftmals die erste Anlaufstelle als Telefonberaterin. Dann weiss Kurt Koch, was als nächstes zu tun ist. Er organisiert eine Behandlung, die von Fall zu Fall vollkommen verschieden aussieht. Je nach Situation sind Medikamente zu besorgen, Transporte zu organisieren, Ärzte ins Bild zu setzen und in den meisten Fällen muss auch mit Geld ausgeholfen werden. Es besteht kein vergleichbares Angebot in der Region. Auch wenn die Arzt- und Arzneikosten in Senegal weit günstiger sind als in der Schweiz, summieren sich diese doch beträchtlich. Die Zusammenarbeit mit dem Apotheker, Zahnärzten und Ärzten spielt immer besser. Doch bedeutet dies einen erheblichen zeitlichen Aufwand.

Es fällt nicht leicht, jemanden mit einem gesundheitlichen Problem wegzuweisen, nur weil er nicht zum „Bekanntenkreis" gehört, doch müssen Grenzen gesetzt werden, weil die Führung einer Krankenstation die Möglichkeiten des Handwerksprojekts übersteigt.

Für diejenigen, die mit dem Projekt in Verbindung sind, besteht ein Kontaktnetz zu den medizinischen Angeboten: In Kafountine, 10 km von Albadar entfernt gibt es einen gut ausgebildeten Apotheker. Im Spital von Kafountine können immerhin Tests auf Malaria durchgeführt werden. Im Juli 2010 hat sich ein Zahnarzt in Diouloulou, das 25 km entfernt liegt, niedergelassen. Zähne ziehen, was die häufigste notwendige Behandlung ist, kann in Diouloulou ausgeführt werden.

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Für schwierigere zahnärztliche Behandlungen muss der Transport nach dem 100 km entfernten Ziguinchor mitorganisiert werden. Für schwierigere ärztliche Aufgaben, z.B. einen Leistenbruch sind Reisen von 1 bis 2 Tagen nach Dakar nötig. Dazu kommt, dass in den Spitälern auch immer eine Kontaktperson bereit sein muss, welche die Patienten einzuführen weiss, damit diese überhaupt aufgenommen und behandelt werden. Jacqueline Dasylva ist unsere Kontaktperson im Spital Ziguinchor (Bild).

Ernährung

Mägen füllen hat erste Priorität. Die ursprüngliche, aufwendige, „proteinreiche" Küche geht langsam verloren. Auf dem Speisezettel verbleiben viel weisser Importreis, weisses Brot, Oel und Zucker, immer in billigster Qualität. Wenig Fisch, kaum Gemüse. Früchte nur in den kurzen Erntezeiten. An einem Fest wird Fleisch im Überfluss aufgetischt. Das bedenkliche Brunnenwasser wird dem gefilterten Leitungswasser vorgezogen. Über die Folgen spricht man nicht. Die schlechte Ernährung trägt das ihre zu den vielen Krankheiten bei. Gerade in der Regenzeit (Mai bis Oktober) sind viele Menschen sehr häufig schwer krank.

Von Zeit zu Zeit wird das Thema Ernährung im Projekt thematisiert. Hier wären weitere Anstrengungen durchaus sinnvoll. Doch genau so wichtig ist, mit dem guten Beispiel voran zu gehen:

02 essenWährend sechs Tagen pro Woche ist eine Köchin engagiert. Täglich kauft sie auf dem Markt in Kafountine Frischwaren ein. Auf dem Markt werden vorwiegend Produkte aus den umliegenden Gärten angeboten. Zurück in Albadar bereitet die Köchin traditionelle Mahlzeiten mit reichlich Gemüse zu. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch Lieferanten und Besucher, die erwartet oder unerwartet zur Essenszeit anwesend sind, kommen in den Genuss der vitalstoffreichen und schmackhaften Mahlzeiten.

 

 

Das gesunde Essen wird rundum geschätzt. Eine gute Basis, um auf Ernährungsfragen hinzuweisen.