Regionalinfo

Vielfalt

01 reisfeld

Die schöne Region Casamance im Süden Senegals ist ein Landstreifen von nur gerade 80 km Breite. Sie liegt zwischen der Enklave Gambia im Norden und den Ländern Guineé Bissau und Guineé Conakry im Süden. Der Garten Senegals, wie die Casamance auch genannt wird, ist eine fruchtbare Region und die Bewohner, mehrheitlich dem Jola-Stamm (Kayadj) angehörig gelten als ausgesprochen fleissig und zuverlässig. Es werden Erdnüsse, Früchte und Reis angebaut. Links sehen Sie ein junges Reisfeld im Wald.

In den Wäldern wird noch immer radikal abgeholzt. An verschiedenen Orten herrscht reger Fischereibetrieb. Neben dem weit verbreiteten Handel, existieren auch viele kleinste Handwerksbetriebe. In den Regionen mit Tourismus sind auch Campements (einfache Ferienunterkünfte), Hotels, Bars, Restaurants, und Internet-Kaffees zu finden. Insbesondere in Ziguinchor und Bignona (zwischen Ziguinchor und Albadar) wird traditionelle Musik und Tanz gepflegt.

Konflikt

02 theater

Die Casamance ist nicht von militärischen Auseinandersetzungen verschont worden. Der „MFDC" (Mouvement des Forces Démocratiques de la Casamance) will seit 1990 die Unabhängigkeit der Region Casamance von Senegal. Verhandlungen mit der Regierung von Dakar, der Hauptstadt, hatten eine Spaltung des MFDC zur Folge. Vom radikalisierten Teil splitterten sich weitere kleinere Gruppen ab. Die Folge sind bewaffnete Banditengruppen, die Busse, Autos und Dörfer skrupellos überfallen und plündern. 2010 hat sich die Lage etwas beruhigt. Verschiedene Organisationen verfolgen den Konflikt in der Casamance und publizieren auf dem Internet. Auf dem Foto sehen Sie, wie am Collège von Kafountine bei einem Freilufttheater Friedensarbeit geleistet wird.

Schiffsunglück der Joola 2002 

Am 27. September 2002 ist das Fährschiff „Joola", das die Region Casamance mit der Hauptstatt Dakar verband, verunglückt. Das Schiff war mit Autos und Personen vollkommen überladen, hatte einen Motorschaden und ist in einem Unwetter im Meer unweit der Region Kafountine gekentert. Auch die Rettung hatte versagt, offiziell starben 1863 Menschen und nur durch Zufall konnten dank Fischern noch 65 Personen gerettet werden. In den letzten Tagen nach den Ferien wollten viele Studenten, die ihre Familien in der Casamance hatten, zurück an die Universität in Dakar. Es gibt kaum eine Familie in der Casamance, die nicht Opfer zu beklagen hat.

Henny und Gré Arendshorst aus der Niederlande halfen unserem Freund André Ehemba (siehe auch Menschen im Umfeld) im Jahre 2002 beim Aufbau der Schule von Kafountine. Roel und Lisette, die Kinder der Familie Arendshorst waren unter den Opfern. Zum Gedenktag, am 27. September 2010, acht Jahre nach dem Unglück, hielt Gré, begleitet von ihrem Mann Henny in Ziguinchor eine Rede

 Die Rede (PDF)

(aus dem französischen übersetzt von Catherine Aubert-Barry)